Jährliche Nistkastenreinigung in verschiedenen Gebieten vom Rüsler bis Sennhof 
(Samstag, 19. Oktober 2019)

Vor 40 Jahren haben die Gründungsmitglieder des Natur- und Vogelschutzverein Rohrdorferberg damit begonnen, im Wald über Remetschwil und Oberrohrdorf Vogel-Nistkästen aufzuhängen. Inzwischen befinden sich zwischen Rüsler und Sennhof 360 Nistkasten für drei unterschiedliche Bewohner: Eulen, Baumläufer und Meisen. Nach der Brut sind sie in der Regel leer. Ausser wenn sie von Siebenschläfern, Haselmäusen oder gar Hornissen besetzt werden.

 

Die Nistkästen werden über den Sommer mit vielen Parasiten besiedelt. Im feucht-warmen Milieu finden sie ideale Bedingungen, um sich zu vermehren. Ein zu starker Parasitenbefall kann die Jungvögel schwächen oder in ihrer Entwicklung beeinträchtigen. Deshalb werden die Nistkästen nach dem Ausfliegen der Jungvögel gereinigt.

 

Für diese Nistkastenreinigung trafen sich an einem sehr regnerischen Samstagmorgen, dem 19. Oktober einige Unentwegte beim Schulhaus Hinterbächli. Zuerst wurden sie vom Gründungsmitglied Franz Schneider instruiert. Die Nistkästen mussten geleert, gesäubert, defekte ausgewechselt, heruntergefallene wieder richtig aufgehängt sowie die Nummern auf den Kästen nachgebessert werden. Aufgeteilt in Gruppen und ausgerüstet mit langen Stangen, Schraubenziehern und Spachteln gingen sie in verschiedenen Gebieten zwischen Rüsler und Sennhof von Nistkasten zu Nistkasten. Die Nistkästen wurden mit den Stangen ausgehängt, geöffnet, gereinigt und wieder aufgehängt. Beschädigte wurden eingesammelt, in der Werkstatt geflickt und später wieder zurückgehängt. In einigen Nistkästen lagen noch Eier. Bei diesen sind die Eltern wohl während der Brut verstorben.

Auch dieses Jahr wieder einer der treuen Helfer: Moritz, bewaffnet mit Stange, Spachtel und Schraubenzieher

Wenn man bei der Reinigung Siebenschläfer oder Haselmäuse entdeckt, werden die Häuschen mit trockenem Laub ausgelegt, damit sie nicht auf dem harten Boden überwintern müssen. Hornissen sind geschützt, weshalb sie in Ruhe gelassen werden.

 

Völlig durchnässt traf sich die Reinigungsequipe gegen Mittag zur verdienten Verpflegung im Restaurant Schöneck in Remetschwil und wärmte sich mit einer heissen Suppe auf. Der Natur- und Vogelschutzverein Rohrdorferberg dankt den Helferinnen und Helfern und freut sich, wenn sich nächstes Jahr wieder möglichst viele engagieren. 

 
Sezierung eines Mäusebussards
(Samstag, 21. September 2019)

Am Samstag, 21. September sezierte das Vorstandsmitglied, Tierarzt Dr. Peter Sandmeier, in der Aula des Schulhauses Hinterbächli in Oberrohrdorf einen im Winter verendeten Mäusebussard. Dr. Peter Sandmeier verfügt über eine Spezialausbildung in Vogelmedizin. Die Sektion wurde mittels eines Visualizers auf eine Leinwand projiziert, so dass alle Teilnehmer auch Details sehen konnten.

 

Zahlreiche interessierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene konnten die Anatomie dieses Raubvogels erleben und Fragen dazu stellen. Zuerst erklärte Peter Sandmeier die Besonderheiten der Vögel, wie sie sich von Säugetieren unterscheiden und wie sich ein Raubvogel von anderen Vögeln unterscheidet. So hat der Raubvogel überaus kräftige Füsse, um seine Beute zu packen, und einen gekrümmten Schnabel, um Fleischstücke rauszureissen. Einmal die Bauchhöhle geöffnet, wurde jedes einzelne Organ entnommen und erklärt. Den anwesenden Laien wurde unter anderem der über die Lungen hinaus erweiterte Atemkreislauf gezeigt sowie der nicht durch das Bauchfell unterteilte Bauchraum, die in der Bauchhöhle liegenden Hoden, das Flügelskelett und die hohlen Knochen. 

 

Für alle Anwesenden war dies ein nicht alltägliches, sehr spannendes und lehrreiches Erlebnis. 

 
Arbeitseinsatz «Kampf den Neophyten» 
(Samstag, 29. Juni 2019)

Am Samstag, dem 29. Juni besammelte sich kurz vor acht Uhr bei herrlichem Sonnenschein eine Schar Unverdrossener im lauschigen Wald voller fröhlichem Vogelzwitscher. Es sollte erneut den Neophyten, also Ausländern – invasive Fremdpflanzen, wie beispielsweise das Einjährige Berufskraut  oder das Drüsige Springkraut (am Kleinen Springkraut, zwar auch ein Neophyt aber gut in unsere Umwelt integriert, hatten wir als Kinder doch immer so Spass, wenn die Samenkapseln bei der leisesten Berührung förmlich explodierten) – an den Kragen gehen. Dies nun schon im sechsten Jahr. Das diesjährige lange kalte Wetter hielt die Fremdlinge länger in Schach als in anderen Jahren und der Zeitpunkt «zur Ernte» schien goldrichtig gewählt zu sein.

 

Franz Schneider, auch in diesem Thema ein alter Fuchs, teilte die vierzehn Helfer in mehrere Gruppen ein und wies ihnen entsprechende Gebiete zur Bearbeitung zu. Getränke wurden noch abgegeben und schon ging's los. In den Wald um die Remetschwiler Waldhütte bis über das Kreuz auf der Kulmination zwischen Reuss- und Limmattal gegen Staretschwil hinüber. Die Sonne gewann an Kraft und den Fremdlingen ging's an Stiel und Wurzel. Bald schon fanden sich erste Haufen ausgerissenen «Unkrauts» an den verschiedenen Wegrändern.

Der verdiente Kaffee mit Gipfeli brachte die einzelnen Gruppen dann am Grillplatz beim Kreuz für eine kurze Verschnaufpause zusammen, eh es gut gelaunt und lachend aufs Neue an die Arbeit ging. Auch wenn das Unterholz oft in stacheliger Form daherkommend die Arbeit nicht immer angenehm machte, liessen sich die Unverzagten nicht verdriessen und rissen aus, was auszureissen geboten war. Einige waren um die Mittagszeit kaum zu bremsen, hatten sie doch mitten im Tann, vermischt mit hohem Farn, einen lohnenswerten Fund gemacht, und sie stürzten sich förmlich ins Gewimmel. Erst der strenge Ruf von Franz Schneider zum Grillieren im Forstschopf bei der Remetschwiler Waldhütte konnte sie von weiteren Erfolgen abhalten.

 

So ging bei Speis und Trank ein erfolgreicher Arbeitsmorgen gerade rechtzeitig vor der grossen Hitze zu Ende und klang bei gemütlichem Zusammensitzen am Grill mit Wurst und Brot, Bier und Wasser langsam aus. Abgelöst wurde unser Einsatz nahtlos mit dem Remetschwiler Waldumgang der Ortsbürger.

 

Es bleibt dem Schreibenden lobend anzumerken, dass vier Freiwillige vom Schützenverein den Weg zu uns fanden und tatkräftig mithalfen. Verdanken möchte er auch den Einsatz von Walti und Monika für Kaffee und Grill sowie Franz Schneider für die unbürokratische Organisation des Einsatzes und den vielen anderen Helfern aus unserem Verein und vom Gemeinderat (der Finanzchef liess es sich nicht nehmen, allzeit nach dem Rechten zu schauen, dass ja keine einheimischen Blümchen unter die Räder kamen). So verging ein insgesamt vergnügter Morgen mit sinnvollem Hintergrund.

Nachtrag: Vier Vorstandsmitglieder konnten es nicht lassen und machten sich zwei Wochen später nochmals auf, um wenigstens einem Teil des Restbestandes an Goldruten erneut auf den Leib zu rücken. Es heisst dran bleiben, denn bis zu 300 Pflanzen können auf einem Quadratmeter sprossen, und die Verbreitung erfolgt durch flugfähige Samen, die mit bis zu 12 000(!) Stück pro Spross ausgebildet werden. Die Goldrute ist übrigens die häufigste invasive Pflanze der Schweiz.

 
Sternmarsch von Remetschwil/Oberrohrdorf nach Niederrohrdorf 
(Pfingstmontag, 10. Juni 2019)

Wir besammelten uns um 11 Uhr beim Gemeindehaus Remetschwil und wanderten nach Oberrohrdorf. Dort trafen wir mit dem anderen Teil unserer Wandergruppe zusammen und marschierten gegen 11.30 Uhr gemeinsam nach Niederrohrdorf. Beim Forstschopf Brandeggli wurden wir und die umliegenden Natur- und Vogelschutzvereine   vom gastgebenden Natur- und Vogelschutzverein Niederrohrdorf NVN erwartet. Zur Verpflegung wurden Würste und Getränke zum Kauf angeboten.

«Igel mitten unter uns – ein Anlass für Familien und Kinder» 
(Samstag, 18. Mai 2019)

Der Anlass begann pünktlich um 15 Uhr und leider fanden nur einige wenige Erwachsene, Jugendliche und Kinder den Weg zum Singsaal des Oberrohrdorfer Schulhauses Hinterbächli.

 

Zuerst wurde ein sehr lehrreicher, halbstündiger Film des Vereins Pro Igel gezeigt, der uns das Leben des Igels näher brachte. Anschliessend vertiefte Vorstandsmitglied und Tierarzt Peter Sandmeier anhand einer (hier am Seitenende abgebildeten) Power-Point-Präsentation in Frage/Antwort-Manier nochmals die wesentlichen, im Film vermittelten Informationen und gab manche weitere Tipps – unter reger Beteiligung der Kinder. Gleichzeitig machte ein vom Zoologischen Museum der Uni Zürich zur Verfügung gestelltes Igelpräparat die Runde. Bevor wir uns dann in den Garten hinunter begaben, bedankte sich Peter Sandmeier für die Zurverfügungstellung des Saals durch die Schule und für die vom Verein Pro Igel überlassenen Drucksachen und das Videomaterial, welche gratis mit nach Hause genommen werden durften.

 

Unten im Freien angekommen, erklärte Dr. Sandmeier, unter welchen Umgebungsbedingungen sich ein Igel wohl und sicher fühlen kann bzw. wo die Gefahren lauern. Insbesondere sollte bei der Gartenarbeit auf den Einsatz von Tellersensen und Laubsaugern verzichtet werden, da diese zu erheblichen Verletzungen des Tieres führen können. Der Laubsauger birgt zudem den Nachteil, dass er neben dem Laub die dem Igel als Nahrung dienenden Insekten und Kleintiere schluckt.

 

Gegen 17 Uhr löste sich die kleine Gesellschaft auf, im Gepäck viel Wissenswertes über unseren gefährdeten Nachtschwärmer, dem Igel.

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